Alfred Brendel
Klavierkonzerte 9,25, Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart

Unverkennbar Alfred Brendel: Mit gewohnter Nüchternheit und klassisch gemessenem Tonfall profiliert sich der große österreichische Pianist auch in der neuen Folge seines Mozart-Klavierkonzerte-Projekts mit dem Scottish Chamber Orchestra unter Sir Charles Makkeras. Zwei der aufregendsten und bekanntesten Stücke aus dieser an Höhepunkten nicht gerade armen Werkgruppe gelangten diesmal zur Aufnahme: Mit dem 1777 in Salzburg entstandenen Jeunehomme-Konzert Es-Dur K 271 schuf der erst 21-Jährige ein Meisterstück von singulärer Schönheit und kaum zu übertreffendem Einfallsreichtum in puncto Verarbeitung des motivischen Materials das Klavierkonzert C-Dur K 503 schließlich krönte 1786 jene Wiener Reihe, mittels derer Mozart sich als Komponist und Virtuose in spektakulärer Weise in Szene zu setzen vermochte.
Die hervorstechenden Prädikate von Alfred Brendels Mozartspiel wurden oben bereits erwähnt es ist tatsächlich die überlegene, maßvolle Art des Herangehens unter Verzicht auf jegliche Schnörkel, die Brendels Interpretationen einmal mehr auszeichnet. Sir Charles Makkeras folgt ihm mit seinem Orchester perfekt auf diesem Weg der Mozart-Präsentation. Zu wunderbar ruhigen und edlen Momenten kommt es dabei vor allem im langsamen Satz des C-Dur-Konzerts, und im anschließenden Finalsatz perlen die Töne der schnellen Klavierpassagen mit jener unprätentiösen Selbstverständlichkeit dahin, aus der ein Höchstmaß an künstlerischer Erfahrung und musikalischer Intelligenz spricht. Hier gibt es kein jugendliches Ungestüm, sondern viel Nachdenken über Musik. So kann, ja so sollte man es machen -- und doch ist es Brendels ganz eigener, unnachahmlicher Stil, den man keinesfalls nachgeahmt oder nachempfunden durch einen anderen Pianisten hören möchte. --Michael Wersin
titel:
01. 1. Allegro
02. 2. Andantino
03. 3. Rondeau. Presto - Menuetto - Presto
04. 1. Allegro maestoso
05. 2. Andante
06. 3. Allegretto
