Charlie Byrd
For Louis

Jetzt ist also For Louis die letzte CD von Charlie Byrd geworden. Am 2. Dezember 1999 starb er in seinem Haus nahe Washington, vom September stammen diese Aufnahmen. Charlie Byrd war im Jazz wohl der bedeutendste Interpret der klassischen Gitarre (also des mit Nylonsaiten bespannten Modells, das nur mit den Fingern gespielt wird). In den 60er Jahren machte er in den USA gemeinsam mit dem Saxofonisten Stan Getz die Bossa Nova populär. Auf For Louis widmet er sich trotz einiger Abstecher in die lateinamerikanischen Rhythmen dem traditionellen Jazz.
Der Titel der CD ist etwas missverständlich, ist sie doch eher eine Hommage an eine Zeit als an einen Musiker. Auf ihr finden sich mit Petite Fleur und Indian Summer zwei Stücke, die eng mit Armstrongs großem Widersacher Sidney Bechet verbunden sind, einige Standards, die Armstrong gespielt haben mag, die aber genauso mit anderen Musikern verbunden sind und A Child Is Born, ein Stück, das mit Armstrong nur insofern zusammenhängt, als es von einem Trompeter, Thad Jones, komponiert wurde.
Dieses Verwirrspiel ändert aber nichts an der Musik. Charlie Byrds reguläres Quartett wird abwechselnd ergänzt von dem Saxofonisten Steve Wilson, der in Chick Coreas Band Origin bekannt wurde, und dem Tompeter Joe Wilder, einem musicians musician, der seit den 40er Jahren ungezählte Aufnahmen mit seinem wunderbaren Ton bereichert hat. For Louis erfüllt das Erbe Louis Armstrongs, indem es dessen unvergessene Mischung aus Swing, Entertainment, Kunst und Virtuosität präsentiert. --Stephan Richter
titel:
01. Petite fleur
02. Remembering Louis Armstrong
03. A kiss to build a dream on
04. Autumn in New York
05. Hello Dolly
06. Tin roof blues
07. Soft lights and sweet music
08. A child is born
09. Struttin with some barbecue
10. Indian summer
11. Rosetta
12. What a wonderful world
